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Bildungskatastrophe stoppen!

„Boah ich habe keine Lust heute in die Schule zu gehen!“ Wer kennt diesen Spruch nicht? Immer wieder hört man ihn von Schüler*innen aller Altersklassen oder auch von sich selbst. Schule ist bei den meisten kein beliebtes Wort oder gar eine beliebte Betätigung. Doch im Grunde ist Bildung eines der wichtigsten Güter und hat vor allem Deutschland geschichtlich weit geprägt. „Land der Dichter und Denker“, heißt es.
Doch stimmt das eigentlich und was ist falsch bzw. woher kommt diese Nullbockstimmung bezogen auf die Schule?
In der Tat hat Deutschland einen hohen prozentualen Anteil an Nobelpreisträgern in vielen Bereichen und auch bevor es den Nobelpreis gab, sind viele mathematische oder physikalische Gleichungen, Schriften und Werke nach Leuten benannt die deutscher Herkunft sind oder waren. Gauß, Goethe, Händel, Einstein sind wohl mit die bekanntesten. Humorvoller Weise konnten sich die wenigsten mit deutschen Schulen identifizieren, da sie bei einigen zu sehr als Zwang und bloßes auswendig lernen empfunden wurde.
Das erste richtige Bildungssytem entstand mit Wilhelm von Humboldt, welcher die Schule für Alle einführte, um so Chancen für alle, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern, zu schaffen. Was damals mit dem Gedanken begann Gerechtigkeit zu schaffen, ist heute ein Inbegriff von sozialer Ungerechtigkeit und Selektion geworden.
Fehler liegen schon in der Grundschule, wo sich junge Kinder schon mit einer großen Menge an Stoff konfrontiert sehen. Über den Erfolg dieser entscheidet zu diesem Zeitpunkt aber zum großen Teil das Engagement und die Fördermöglichkeiten der Eltern für das Kind. Also auch die Größe des Geldbeutels der Eltern.
In der 4.Klasse werden sie dann sortiert. Ein Teil der Schüler landet im „heiligen“ Gymnasium, der andere an der unbeliebten Sekundarschule. Es wirkt, als könne man mit zehn Jahren schon feststellen, ob ein Kind später an eine Universität kommt oder ein Leben als Arbeiter „fristet“.
Das dies allerdings absolut nicht der Fall ist und dieses Sortierungssystem komplett unzeitgemäß ist, ist heute allerdings eindeutig bewiesen. Diese frühe Sortierung schadet den Kindern, welche bereits zu früh abgestempelt werden. Gerade den Schüler*innen der Sekundarschulen fehlen dann häufig die erfolgreicheren Mitschüler als Orientierung und im Freundeskreis. Bereits mit zehn Jahren sind die Kinder aus häufig ärmeren Verhältnissen von Kindern aus reicheren Familien größtenteils isoliert.
Dies schadet der freien Entfaltung jedes Kindes und ist zutiefst ungerecht!
Ein weiterer bedeutender Punkt sind die Lehrer*innen. Hier hat wahrscheinlich jede Person schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Als Schüler*in merkt man schnell den Unterschied zwischen dem Beruf Lehrer und der Berufung Lehrer. Viele eigentlich berufene Lehrer scheitern schon vor oder während ihres Studiums an den harten Bedingungen. Was bringt es dem Unterricht, wenn der Lehrer im Abitur 1,0 stand und gut auswendig lernen kann, aber keinerlei Sozialkompetenzen aufweist. Das Studium muss mehr Praxis bieten.
Am besten funktioniert häufig die Vermittlung von Unterrichtsstoff mit anschaulichem Mitteln. Schade, dass an dieser Stelle bisher gespart wird und die finanziellen Mittel fehlen. Das muss dann von der Lehrkraft ausgeglichen werden. Häufig resultiert daraus für die Schüler*innen langweiliges, trostloses Übermitteln von Stoffgebieten und mündet in schlechten Noten. Schüler aus reicheren Familien können dann zu teuren Nachhilfeinstituten geschickt werden. Hiervon ist in Deutschland bereits jede*r 7. Schüler*in betroffen. Ärmere Familien können dies häufig finanziell nicht leisten. Dadurch wird auch auf der weiterführenden Schule selektiert und umso ärmer die Familie ist, umso geringer ist die Chance schlussendlich das Abitur zu erreichen. Somit ist auch die Chance zu studieren
vom finanziellen Status der Familie abhängig, da eine erfolgreiche Schulbildung die Voraussetzung zum Studieren darstellt.
Alles in allem ist unser Bildungssystem im Vergleich, mit z.B. Ländern aus der skandinavischen Region katastrophal. Die PISA-Studien zeigen auf, dass die bisherige Regierung trotz Deutschlands Reichtum auf ganzer Ebene im Bildungsbereich versagte. Der Teufelskreis, dass Kinder aus armen Verhältnissen mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Leben lang arm bleiben, muss aufgebrochen werden!
Daher fordern wir:
– Gebührenfreie Kita und Schulplätze, damit die Zukunft des Kindes nicht vom Geldbeutel abhängt
– Stärkere Bildungsausgaben, damit Nachhilfe für ALLE finanziert werden kann und mehr gut ausgebildete Lehrer eingestellt werden können
– Abschaffung des gegliederten Bildungssystems
– Komplett freie Studienwahl
– Erhöhtes Bafög sowie der Ausbau und die Verbesserung des Schülerbafögs
Zum Abschluss zitieren wir Richard David Precht, welcher treffend formulierte: „Wir brauchen keine Bildungsreformen, wir brauchen eine Bildungsrevolution!“
Deswegen: Am 24.September DieLINKE wählen!

 


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