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NPD-Demonstration am 05.03.

Am 05.03. fand in Wittenberg eine weitere NPD-Demo statt. Der Schreiber des folgenden Textes, der anonym bleiben möchte, schickte seinen Leserbrief an die MZ. Da dort noch keine Veröffentlichung stattfand, könnt ihr nun hier seine Eindrücke zu dem Tag lesen:

Da ich den Polizeibericht und die Meinung eines Zeugen zu den Vorfällen am 05.03 rund um die NPD-Demo in der MZ gelesen habe, möchte ich an dieser Stelle das aggressive Vorgehen der Polizei – und die Scheinheiligkeit der Teilnehmer*innen der NPD-Demo sowie der NPD selbst auf das Schärfste kritisieren. Im Folgenden schildere ich, wie ich die Vorgänge beobachtet habe.
Wir waren in einer friedlichen Gruppe von 7 Leuten am Rande des NPD-Marsches um eine Gegenstimme zu präsentieren. Daraufhin wurden wir von den Teilnehmer*innen des Marsches beleidigt, bedroht und gefilmt. Dies störte scheinbar keine*n der anwesenden Polizist*innen. Doch nach Ende der Aktion, bei der wir in die entgegengesetzte Richtung des Marsches gehen wollten, untersagten die anwesenden Polizist*innen die Benutzung verschiedener Straßen in die Stadt.
Als wir über Umwege zum Arsenalplatz gelangten und uns in die Nähe einer politisch linken Gruppe gesellten, welche mit uns gegen die NPD demonstrierten, kamen nach ein paar Minuten mehrere Teilnehmer der Kundgebung der NPD vom Marktplatz, die scheinbar aber nicht am Marsch teilnahmen, aus dem Arsenal auf den Arsenalplatz. Mehrere Gegendemonstrant*innen rannten unbewaffnet und in absoluter Unterzahl zu den provozierenden Rechten, welche unter anderem T-Shirts mit dem Aufdruck „Nationalsozialistische Aktion“ trugen. Mehrere Versuche zu schlichten, schlugen fehl und nach kleineren Handgreiflichkeiten verließen die Gegendemonstrant*innen das Arsenal wieder. Daraufhin kam ein einzelner Polizeiwagen, welcher eine Art Trennung mit wenigen Polizisten errichtete. Diese „Trennung“ ging aggressiv und körperlich in einem absolut unangebrachten Maß gegen die sowieso in Unterzahl gewesenen Gegendemonstrant*innen vor. Sämtliche politisch rechts Gesinnte konnten allerdings durch die Trennung hindurch und griffen verbal die kleine Gruppe von Gegendemonstrant*innen an. Von Seiten der Polizei wurden keine deeskalierenden Maßnahmen ergriffen. Wenige Sekunden später fuhren sämtliche Polizeikräfte auf den Platz und jagten alle Gegendemonstrant*innen über den Arsenalplatz. Ein Gegendemonstrant wurde mit absoluter Brutalität zu Boden gebracht und von vier Polizist*innen zu Boden gedrückt und ins Gesicht geboxt. Mehrere Gegendemonstrant*innen berichteten später auch von Tritten gegen den Gegendemonstranten am Boden. Wir flohen daraufhin vom Arsenalplatz. So konnten die Teilnehmer*innen des Marsches ohne sämtlichen Gegenprotest ihre Abschlusskundgebung auf dem Arsenalplatz abhalten.
Ich kann nicht verstehen, warum im Polizeibericht ein anderer Tatvorgang geschildert wird, als er wirklich geschehen ist, warum von Seiten der Polizei nicht unpolitisch und fair gehandelt wird und warum trotz dieser ganzen Vorfälle sich die NPD immer noch benachteiligt sieht.
Am Abend des 05.03. wurde zusätzlich noch ein Gegendemonstrant in Piesteritz von drei Rechten in Piesteritz angegriffen und erpresst. Hier wurde schon Anzeige erstattet.

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